Freies Spielen in einem russischen Waldorfkindergarten

Aktivität, Ideenreichtum, soziales Miteinander, Phantasie, Organisationstalent,Kreativität, “kollegialer” Kontakt zu den Erzieherinnen,- dieses und noch Vieles mehr kann man als Betrachter des Films beobachten. - Waldorfpädagogik pur..... es macht Freude, den Film zu betrachten und die deutschen Texte sind hilfreich. So kann man den Film auch bei einem Elternabend zeigen, wenn zum Beispiel die Frage auftaucht “Was ist denn Waldorfpädagogik ? Der Film gibt eine Fülle von “sichtbaren” Hinweisen. Viel Vergnügen!

Sie finden den Film unter https://www.youtube.com/watch?v=3KUeSBNH7NA

Waldorfpädagogik im türkischen Fernsehen

Vor Kurzem wurde im türkischen Fernsehen, Studio Ankara, eine über 30-minütige Sendung über Waldorfpädagogik im Vorschulbereich ausgestrahlt. Zwei türkische Waldorfpädagoginnen vom “Verein zur Förderung der Waldorfpädagogik in Istanbul” stellten die Grundlagen der Waldorfpädagogik dar und beschrieben die Methodik und Didaktik. Eingeschoben in den Beitrag eine Sequenz, in der zwei ”durchgeknallte Eltern” zu Wort kommen, danach geht der Waldorfbeitrag weiter. Ende Januar 2015 werden wir in Istanbul mit einer zweiten, drei-jährigen Waldorf-Erzieher- Ausbildung beginnen.

Sie finden den Film unter https://www.youtube.com/watch?v=yaS4guNxdGI

Von der Gründung der Internationalen Vereinigung der Waldorfkindergärten e.V. vor 45 Jahren - sowie einer inspirierenden Zusammenarbeit mit Dr. Helmut von Kügelgen.

Ein Artikel von Peter Lang zum download als pdf.

PRESSESTIMMEN

Lob für Waldorfschulen
Eine neue Studie zeigt, dass sie lebenstüchtigere junge Menschen entlässt. Von Fanny Jiménez

Waldorfschüler - sind das nicht die, die ihren Namen tanzen? Reformpädagogik hat es im öffentlichen Ansehen schwer und wird oft mit skeptischer Distanz betrachtet. Das liegt auch daran, dass es schwer ist einzuschätzen, wie sinnvoll alternative Lernkonzepte tatsächlich sind. Der Waldorfpädagogik geht es nicht anders, auch wenn sie historisch etablierter ist als andere Reformansätze.

Auf einer Pressekonferenz stellte Andreas Schleicher, OECD-Bildungsexperte und internationaler Koordinator der Pisa-Studien, nun eine Untersuchung der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf vor, die Bildungserfahrungen von Waldorfschülern untersucht hat. Es handelt sich um die erste größere Studie in Deutschland, die Schulqualität und Lernerfahrungen auf diese Weise erhoben hat. Mehr als 800 Schüler an zehn Schulen im Alter von 15 bis 18 Jahren wurden befragt. Das Ergebnis: Waldorfschüler lernen im Vergleich zu Schülern an staatlichen Schulen mit mehr Begeisterung, langweilen sich weniger, fühlen sich individuell gefördert und lernen in der Schule besonders ihre Stärken kennen. Während das Lernen 80 Prozent der Waldorfschüler Spaß macht, sind es in Regelschulen nur 67 Prozent. Auch das Schulklima und die Lernatmosphäre wird vom weitaus größten Teil der Befragten, 85 Prozent, als angenehm und unterstützend beschrieben. An Regelschulen finden das nur 60 Prozent. Weiterhin wird die Beziehung zu den Lehrern deutlich besser beurteilt - 65 Prozent der Waldorfschüler stehen hier knapp 31 Prozent der Regelschüler gegenüber.

Auch die Identifikation mit der Schule ist größer als bei anderen Schülern; und zudem leiden Kinder an Waldorfschulen bedeutend seltener an somatischen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Bauchschmerzen oder Schlafstörungen. Für Schlafstörungen etwa stehen elf Prozent hier 17 an Regelschulen gegenüber. Für die Experten ist dies ein Hinweis darauf, dass Leistungsdruck und Prüfungsangst in Waldorfschulen weitaus weniger Raum gegeben wird als an Regelschulen - und dass den Schülern dies gut tut.

Die Betonung der Eigenverantwortlichkeit und Selbstbestimmung bereite die Kinder optimal auf das Leben vor, das sie nach dem Schulabschluss erwartet. "Es gibt ein hohes Maß an Kongruenz zwischen dem, was die Welt von Menschen fordert, und dem, was an Waldorfschülern gefördert wird", sagte Andreas Schleicher. Die Reproduktion von Fertigwissen habe immer weniger Bedeutung, so der Bildungsexperte. "Heute kann man die meisten Prüfungen allein mithilfe eines Smartphones bestehen", sagt er, "wenn Sie wollen, dass Ihre Kinder schlauer sind als ein Smartphone, dann müssen sie ihnen andere Kompetenzen beibringen." Wichtig sei, Wissen kreativ und lösungsorientiert auf neue Bereiche anzuwenden. Darauf werde in Waldorfschulen traditionell großer Wert gelegt, ebenso wie auf das lebensnahe Lernen. Es ermögliche Lernen in der Tiefe, das Wissen nicht nur bis zur nächsten Prüfung konserviere.

Die Fragebogenstudie wurde in Anlehnung an etablierte Studien zur Schulzufriedenheit an Regelschulen entwickelt, etwa an Untersuchungen des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung. Daher konnten die Wissenschaftler Waldorf- mit staatlichen Schulen vergleichen, auch wenn es sich dabei nicht um eine Kontrollgruppe handelt. Zwar ist es schön, wenn Waldorfschüler mit mehr Freude lernen, aber lernen sie auch so gut wie Kinder an Regelschulen?

Auch hier gibt es schwerlich etwas zu bemängeln. Studien zeigen, dass es zwischen den Abschlussnoten von Waldorfschülern und denen von Schülern auf staatlichen Schulen keine statistisch bedeutsamen Unterschiede gibt, auch nicht, wenn man die Durchschnittsnoten nach der Art des Schulabschlusses vergleicht. Nur ein verschwindend kleiner Anteil der Waldorfschüler macht einen Hauptschulabschluss, und Realschulabschluss und Abitur halten sich die Waage. "Es gibt kein Bundesland, das mir bekannt ist, wo Waldorfschüler schlechter abschneiden", so der Autor der Studie, Heiner Barz.

Die Situation der Waldorfschulen ist speziell, da sie in freier Trägerschaft entstehen. 230 Waldorfschulen mit rund 85.000 Schülern gibt es in Deutschland - weltweit sind es über 1000. Deutschland hat die meisten, gefolgt von den USA und den Niederlanden. Die Ausbildung der Waldorflehrer wird nicht aus Steuermitteln finanziert, sondern von den Eltern getragen. Nach Angaben von Steffen Koolmann vom Institut für Bildungsökonomie in Alfter geben Eltern dafür je Waldorfschüler 125 Euro jährlich aus. Henning Kullak-Ublick vom Vorstand des Bundes der Freien Waldorfschulen sieht hier die Politik in der Pflicht, die Trennung von staatlichen Schulen und Schulen in freier Trägerschaft aufzuheben, etwa durch Finanzierungshilfen.

Die Studie selbst ist als Buch ("Bildungserfahrungen an Waldorfschulen. Empirische Studie zu Schulqualität und Lernerfahrungen") ab Oktober erhältlich.

Negative Folgen von Druck

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RÜCKBLICK

Fachübergreifender pädagogischer Austausch an der Freien Waldorfschule Chiemgau:
Der Verein "Zukunft gestalten" holte Christof Wiechert nach Prien

Die Priener Waldorfschule war Gastgeber für zehn waldorfpädagogische Einrichtungen der Region. Als gemeinsamer Verein hatten wir die Mitgliedseinrichtungen zu einer Fortbildung nach Prien eingeladen - fachübergreifend für die insgesamt elf Schulen, Kindergärten und heilpädagogische Einrichtungen, zu denen auch das Kinderheim Lippert gehört. Rund 70 Pädagogen waren der Einladung gefolgt. Mit einem großen Vortrag unter dem Titel "Kenne ich mein Kind? Macht Liebe blind oder doch sehend?" war auch die Öffentlichkeit eingeladen, am Abend zwischen den zwei Fortbildungstagen an dem Thema der Pädagogen teilhaben zu können. 150 Menschen nutzten diese Gelegenheit. Denn der Referent war kein Unbekannter: mit Christof Wiechert aus Dornach hatte der Verein "Zukunft gestalten" eine Koryphäe der Waldorfpädagogik eingeladen. Christof Wiechert war 30 Jahre Waldorflehrer in den Niederlanden, wo er seinen Kurs zur "Kinderbesprechung" entwickelte, eine Methode, die für die Pädagogen in den Waldorfeinrichtungen längst zum Alltag gehört und in diesen Fortbildungstagen nun sozusagen mit der Anleitung aus erster Hand vertieft werden konnte. Bis zu seiner Pensionierung leitete Christof Wiechert die pädagogische Sektion am Goetheanum in Dornach, einer anthroposophischen Hochschule. Auch als Autor wurde er bekannt. So hielt er in seinem informativen und mit viel Humor gespicktem Vortrag viele Tipps und konkrete Hinweise auch für Eltern parat. Denn der Hintergrund der sogenannten "Kinderbesprechung" ist die Tatsache, dass es für die Erziehung zu Hause und in der Schule wichtig ist, dass die Eltern, Erzieher und Lehrer versuchen, das Kind zu verstehen. Wie muss man 'sehen', wie muss man 'hören' wie muss man wahrnehmen, um das eigene oder fremde Kind kennen zu lernen? Die Teilnehmer und Zuhörer konnten viele Anregungen und Erkenntnisse mit nach Hause nehmen.

 

Interview mit Peter Lang: Was Kinder brauchen, um sich gesund zu entwickeln

Ein Artikel aus der "Erziehungskunst" zum download als pdf.

Was Kinder brauchen

Erziehung und Bildungsziele in der Waldorfpädagogik für Kinder bis zur Schulfähigkeit. Eine Broschüre als pdf zum Download,von Peter Lang.

Die deutsche Version finden Sie hier.

Die englische Version finden Sie hier.

Die türkische Version finden Sie hier.

Die chinesische Version finden Sie hier.

Die koreanische Version finden Sie hier.

Das Bestellformular für die Broschüren finden Sie hier.

 

BUCHTIPP

Liebe Erzieherinnen und Erzieher, liebe Eltern, liebe Vorstände,
auf drei Bücher will ich Sie aufmerksam machen:

 

Prinzip Menschlichkeit – Warum wir von Natur aus kooperieren
von Joachim Bauer

Heyne-Verlag, Taschenbuch, 2008

Joachim Bauer war nach dem Medizinstudium in der molekularbiologischen Forschung tätig. Heute arbeitet er als Internist, Psychiater und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin am Universitätsklinikum Freiburg, wo er als Professor und Oberarzt in der Abteilung Psychosomatische Medizin tätig ist.

Wer jetzt vielleicht denkt, dieses Buch sei nur etwas für „studierte Fachleute“ der irrt gewaltig. Alles ist gut verständlich zu lesen, interessant und pädagogisch anregend; ich will es Erziehern und Eltern sehr empfehlen.

Die moderne Hirnforschung fördert Jahr um Jahr mehr Erkenntnisse zu Tage, die immer klarer werden lassen, wie eng das Beziehungs- und Entwicklungsverhältnis zwischen den biologischen Prozessen in unserem Gehirn und den sozialen, psychischen Lebens- und Entwicklungsprozessen des Menschen ist. Kurz gefasst: Unser Gehirn macht aus Psychologie Biologie.

Bauer belegt als Gehirnforscher, das unsere biologischen Systeme sich dann besonders gut entwickeln, sich wohlfühlen und wichtige Botenstoffe, wie z.B. Dopamin, Oxytozin und körpereigene Opioide - Bauer nennt sie Glücksboten-, oder Motivationsstoffe- in Hülle und Fülle produzieren, wenn, ja wenn Kinder – und auch erwachsenen Menschen – ganz bestimmte Lebenserfahrungen machen können, wie zum Beispiel:

-wenn Kinder in sicheren Beziehungsverhältnissen aufwachsen,

-wenn sie eine emotionale Resonanz erleben,

-wenn sich die Aufmerksamkeiten von Eltern und Kindern zusammenschließen,

-wenn Kinder und Erwachsene ihre jeweiligen Motive und Absichten wahrnehmen,

-wenn Kinder und Erwachsene gemeinsam handeln.

Sicher ist Joachim Bauer nicht der erste, der die engen Verbindungen und Beziehungen zwischen Körper, Seele und Geist erkennt, aber seine Forschungen lassen die seelischen Befindlichkeiten  und ihre direkte, biologischen Reaktionen im menschlichen Gehirn deutlicher werden als bisher.

Das Buch ist aber auch  desswegen so lesenswert, weil es sich kritisch und überzeugend mit zwei Thesen von Charles Darwin befasst und diese widerlegt.

- Dass aufgrund des Selektionsdrucks  sowohl innerhalb einer Art als auch der Arten als Ganzes, diese fortlaufend gegeneinander ums Überleben kämpfen müssen,

-die zweite, ebenso umstrittene Grundannahme Darwins war ein Umkehrschluss: Der Prozess der Auslese-Selektion- unter dem Druck des Überlebenskampfes – und sonst nichts- sei die treibende  Kraft für die Entwicklung der Arten von „niederen“ zu „ höheren“ Wesen. So sind die wichtigsten biologischen Grundregeln für Darwin daher der „Krieg der Natur“ und der „Kampf ums Überleben“, sowie die Aussonderung der Schwächsten und die Auslese der Tüchtigsten.(Siehe: Bauer, S.16) Das Buch von Bauer ist ein real-politisches, ein medizinisches und ein pädagogisches zugleich.

   
Männer - Das schwache Geschlecht und sein Gehirn
von Gerald Hüther

Vandenhoeck u. Ruprecht, Taschenbuch, 2009

Gerald Hüther, Prof. Dr. rer. nat. und Dr. med. habil, leitet die Abteilung für Neurobiologische Grundlagenforschung an der Psychiatrischen Klinik der Universität Göttingen und die Zentralstelle für Neurobiologische Präventionsforschung der Universitäten Göttingen und Mannheim/Heidelberg.

Der Titel des Buches ist provokant, das war ein Grund, warum ich es gekauft habe, der andere, das Gerald Hüther sowohl Neurobiologe als auch an Entwicklungspsychologie und Pädagogik höchst interessierter und ein kompetenter Wissenschaftler ist. Er gehört außerdem zu den Forschern, die seit Jahren auf pädagogischen -und auch waldorfpädagogischen- Kongressen aktiv tätig sind.
Weiterhin gilt auch für dieses Buch: Es ist sehr gut lesbar und anregend. Für Pädagogen ist es zudem empfehlenswert, da immer deutlicher wird, das Jungen und Mädchen verschiedene angelegte Potenziale in sich tragen, die es zu erkennen und zu fördern gilt.
So gibt es Kapitelüberschriften wie:
-Männer haben andere genetische Anlagen
-Männer haben einen anderen Körper
-Männer haben ein anderes Gehirn

In der zweiten Hälfte des Buches, Der Prozess der Mannwerdung, aufgezeigt in 12 Stationen, von der Zeugung bis zum sich selbst gefundenen Erwachsenen, wird der Leser auf eine Entwicklungsreise mitgenommen, die informativ, unterhaltsam, feinfühlig ist.
Ganz zum Schluss wendet Hüther den Blick auf die kleinen Mädchen und die kleinen Jungen und macht auf zwei gemeinsame Grundbedürfnisse und Erfahrungen aufmerksam, mit der alle Kinder der Welt zu uns kommen:
1. Das Bedürfnis nach Verbundenheit, Geborgenheit und Sicherheit, das die Kinder bereits im Mutterleib „gelernt“ haben und das tief in ihrem Gehirn verankert ist.
2. Das Bedürfnis, Neues zu erfahren und Aufgaben nach zu gehen, an denen man wachsen kann, d.h. das Bedürfnis nach Potenzialentfaltung, Autonomie und Freiheit; deshalb sind alle Kinder so offen, so entdeckerfreudig und so gestaltungshungrig.

So beschließt Hüther sein Buch damit, dass er von der Liebe spricht als der idealen, menschlichen Beziehungsform – fehlt die Liebe wird die Welt liebloser, aggressiver, feindlicher, kälter – entsteht Krieg

Peter Lang, mail: peter.lang.halfing@gmx.de
Mitglied im Vorstand „Zukunft gestalten- Waldorfpädagogik in der Region Südostbayern e.V.“